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Bor

Bor zeigt sich, wenn man eine Vielzahl von Bodenuntersuchungen betrachtet (dort wird der pflanzenverfügbare Teil des Borvorrats im Boden ausgewiesen), als der Mikronährstoff, der am häufigsten im Mangel ist. Der Gehalt im Boden beläuft sich zwar auf 22 - 230 kg/ha, dieses Bor steht der Pflanze aber nicht zur Verfügung.

Um ausreichend pflanzenverfügbares Bor zur Verfügung zu haben, sollte das Ergebnis der Bodenuntersuchung nach Albrecht einen Borgehalt von mindestens 0,8 ppm ausweisen um allen Kulturen eine ausreichende Borversorgung zu ermöglichen. Ideal ist ein Borgehalt von 1,5 ppm, als Überschuss wird ein Borgehalt ab 2,0 ppm angesehen. Erfahrungsgemäß liegt der Borgehalt in den meisten Böden zwischen 0,4 und 0,6 ppm, also unter dem Mindestwert von 0,8 ppm.

Das Anheben des Borgehalts erfolgt durch die Düngung von gelöster Borsäure oder granuliertem Dinatriumtetraborat (beide schnell wirkend, aber wasserlöslich und damit auswaschbar) oder Kalziumborat (nicht auswaschbar, aber langsam wirkend). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Sie ca. 1,1 kg/ha reines Bor benötigen, um den Borgehalt des Bodens um 0,1 ppm anzuheben.

In den meisten, aus der Bodenuntersuchung nach Albrecht hervorgehenden Empfehlungen wird die Gabe von 13 Kilogramm Borsäure (mit 17% Bor = 2,2 kg reines Bor) verteilt auf 2-3 Gaben empfohlen. Dies hebt den Borgehalt im Boden um 0,2 ppm an. Das nachhaltige Anheben des Gehaltes an verfügbarem Bor ist aber schwierig. Bor ist sehr leicht auswaschbar, ähnlich wie Sulfate. Eine zu hohe Gabe von Borsäure, oder eine Gabe zum falschen Zeitpunkt führt zu Auswaschungsverlusten, die dazu führen können, dass die Pflanze nicht bis zur Fruchtreife von der Bor-Gabe profitiert. 

Kalziumborat ist nicht auswaschbar, wirkt aber erst verzögert, da es erst durch Mikroorganismen abgebaut werden muss. Dazu sind Bodentemperaturen über 15 °C und ein für Mikroorganismen günstiges Bodenumfeld erforderlich (ausgeglichener Sorptionskomplex, poröser Boden, gute Nährstoffverfügbarkeit).

Zu hohe Bor-Gaben sind problematisch. Bor wirkt ab einer Bor-Gabe von mehr als 4,5 kg reines Bor je Hektar (das entspricht ca. 26,5 kg Borsäure) toxisch auf die Pflanze, was bis zum Absterben der Pflanze führen kann. Leguminosen und vor allem Gerste reagieren bezüglich hoher Bor-Gaben noch sensibler, die Gabe sollte daher auf max. 2,2 kg/ha reines Bor je Hektar beschränkt und auf mehrere Gaben verteilt werden.

Bor Blockaden

Befinden sich die Kationenverhältnisse im Sorptionskomplex im Gleichgewicht, sind das die besten Voraussetzungen für eine gute Borversorgung im Boden. Ist dies nicht der Fall, können Blockaden auftreten, welche die Boraufnahme durch die Pflanze erschweren.

Die Auswirkung ist Bormangel, der folgende Auslöser haben kann:

  • Kaliumüberschuss
  • Kalziumüberschuss
  • Zu hoher pH-Wert
  • Niedriger Humusanteil
  • Zu wenig Feuchtigkeit

Zu hoher Bor Abfluss

Bor kann ausgewaschen werden, dies reduziert den Gehalt an pflanzenverfügbarem Bor im Boden. Es gibt aber auch zwei andere Faktoren, die den Bor-Verbrauch erhöhen und damit den Vorrat senken. Hierzu zählen hohe Stickstoff Gaben und zu viel Kalium. Dadurch wird das Wachstum der Pflanzen zu sehr forciert, der Borverbrauch steigt unnötig hoch. Im Extremfall steht dann zur Kornfüllung zu wenig Bor zur Verfügung.

Wissenswert zum Bor-Abfluss ist ebenfalls, dass die Pflanze eine kontinuierliche Versorgung mit Bor benötigt. Es ist in der Pflanze nicht mobil und muss daher ständig zugeführt werden, um seine Aufgabe bei der Stickstoffverfügbarkeit, der Zellteilung, der Bestäubung, beim Fruchtansatz und der Kornentwicklung zu erfüllen. Leguminosen profitieren von Bor bei der Knöllchenbildung. Bor wird demnach über den gesamten Vegetationszyklus der Pflanze benötigt.

Bor Bedarf

Die einzelnen Feldfrüchte haben einen sehr unterschiedlichen Borbedarf. Feldfrüchte mit sehr hohem Bedarf sind Kreuzblütler (z.B. Raps), Zuckerrüben und Luzerne. Einen hohen Borbedarf weisen Mais, Kartoffeln und die restlichen Leguminosen auf. Weniger Bor benötigt Getreide und Grünland.